Bei einem Hubschrauber-Rundflug nach Sichtflugregeln muss die Besatzung die vorgeschriebenen Sicht- und Wolkenabstände einhalten. Sichtflug setzt voraus, dass sie sich anhand der Sicht nach außen orientieren kann. Die Mindestwerte richten sich unter anderem nach Flughöhe und Luftraum.
Die DFS veröffentlicht allgemeine Hinweise zum Sichtflug und Fluginformationen, aber keine eigene Regel für Hubschrauber-Rundflüge. Die verbindlichen Mindestwerte ergeben sich aus europäischen Vorschriften und der deutschen Luftverkehrs-Ordnung.
Sicht und Wolkenabstand
Sichtflug setzt mehr voraus als Tageslicht oder einen teilweise freien Himmel. Die Regeln legen Mindestwerte für die Flugsicht und den Abstand zu Wolken fest. In bestimmten niedrigen Lufträumen muss die Besatzung außerdem den Boden sehen können. Diese Bedingungen unterstützen die Orientierung und das rechtzeitige Erkennen anderer Luftfahrzeuge und von Hindernissen.
Die Werte unterscheiden sich je nach Höhe und Luftraum. Für Hubschrauber gelten in den Lufträumen F und G besondere Regeln. Die Besatzung muss die Fluggeschwindigkeit so wählen, dass sie anderen Luftverkehr und Hindernisse rechtzeitig erkennt. Maßgeblich sind die geltenden Vorschriften.
Wetter gehört zur Flugvorbereitung
Die DFS empfiehlt, das erwartete Wetter bei der Flugvorbereitung sorgfältig zu prüfen. Sichtweite und Wolkenlage bestimmen, ob die Sichtflugbedingungen erfüllt sind. Ändern sich die Bedingungen so, dass die Sichtflugregeln nicht mehr eingehalten werden, darf die Besatzung den Flug nicht nach Sichtflugregeln fortsetzen.
Für einen Rundflug heißt das: Die Wetterlage ist Teil der Voraussetzungen für den Flug, nicht bloß eine Frage des Komforts. Ob ein Anbieter einen Rundflug absagt oder verschiebt, lässt sich aus den allgemeinen DFS-Hinweisen nicht mit einer einheitlichen, rundflugspezifischen Schwelle ableiten.
Fluginformationen der DFS
Der Fluginformationsdienst der DFS (FIS) gibt auf Anfrage Informationen zum Wetter und zum Luftraum, übernimmt aber keine Staffelung, also keine Sicherstellung vorgeschriebener Abstände zwischen Luftfahrzeugen. FIS ersetzt weder die Flugvorbereitung noch die Verantwortung der Besatzung; Sichtflieger müssen den Abstand zu anderen Luftfahrzeugen selbst einhalten. Welche Betreuung verfügbar ist, hängt vom Luftraum und dem jeweiligen Dienst ab.
Die DFS-Broschüre „Sicherer Sichtflug“ erklärt diese Zusammenhänge für den deutschen Luftraum. Sie berücksichtigt Änderungen bis März 2023. Für verbindliche und aktuelle Mindestwerte gelten die europäischen Vorschriften und die deutsche Luftverkehrs-Ordnung.